Aus dem Leben eines Taugenichts
Personalisierte Bücher und Liebesromane als originelle Geschenkidee
Personalisierte Bücher und Liebes-Geschichten von Joseph von Eichendorff sind eine originelle Geschenkidee und für alle Liebhaber romantischer Literatur ein echtes Lesevergnügen. Besetzen Sie die Hauptrolle des Taugenichts und finden Sie die Liebe Ihres Lebens!
Bis zu 4 Hauptdarsteller (2 männlich, 2 weiblich) und 10 Nebendarsteller (6 männlich, 4 weiblich) personalisierbar, ca. 135 Seiten.
Ab 24,95 €
versandfertig in 2 bis 4 Werktagen*
* abhängig von gewählter Bindung, zzgl. Versandzeit
Leseprobe (nicht personalisiert)
Ich stand auf und wollte weggehen, da erblickte mich Gräfin Mathilde. „Ihr kommt ja wie gerufen, Joseph!“, rief sie mir lachend zu. „Fahrt uns doch bitte über den Teich ans andere Ufer!“
Die Damen stiegen nun eine nach der anderen vorsichtig und ängstlich in den Kahn. Die Herren halfen ihnen dabei und gaben ein wenig an mit ihrer Furchtlosigkeit vor dem Wasser. Als sich die Frauen alle auf die Seitenbänke gesetzt hatten, stieß ich vom Ufer ab. Einer der jungen Herren, der ganz vorne stand, fing unmerklich an zu schaukeln. Da ängstigten sich die Damen, einige davon schrien sogar. Aurélie aber, welche eine Lilie in der Hand hielt, saß dicht am Rand des Kahns und sah still lächelnd in die klaren Wellen hinunter. Ihr ganzes Bild war zwischen den widerscheinenden Wolken und Bäumen im Wasser noch einmal zu sehen, wie ein Engel, der leise durch den tiefen blauen Himmelsgrund zog.
Während ich sie so beobachtete, fiel auf einmal der Gräfin ein, ich sollte während der Fahrt doch ein Lied singen. Sogleich drehte sich ein zierlicher, junger Herr mit einer Brille auf der Nase zu ihr herum, küsste ihr sanft die Hand und sagte: „Ich danke Ihnen für diesen Einfall! Ein Volkslied, gesungen vom Volk in freiem Feld und Wald!“ Ich aber antwortete, dass ich nichts zu singen wüsste, was für solche Herrschaften gut genug wäre.
Da sagte die schnippische Rosalie, die mit einem Korb voll Tassen und Flaschen neben mir stand, und die ich bis jetzt noch gar nicht bemerkt hatte: „Ihr kennt doch ein recht hübsches Lied von einer schönen Frau.“
„Ja, ja, Joseph, singt doch dieses Lied!“, rief darauf sogleich die Gräfin wieder. Ich wurde über und über rot im Gesicht.
Auf einmal blickte auch Aurélie vom Wasser auf und sah mich an, dass es mir durch Leib und Seele ging. Da fasste ich mir ein Herz und sang aus voller Brust und Lust:
Wohin ich geh und schaue,
In Feld und Wald und Tal,
Vom Berg hinab in die Aue:
Vielschöne, hohe Fraue,
Grüß ich dich tausendmal.
In meinem Garten find ich
Viel Blumen, schön und fein,
Viel Kränze wohl draus wind ich
Und tausend Gedanken bind ich
Und Grüße mit darein.
Ihr darf ich keinen reichen,
Sie ist zu hoch und schön,
Die müssen alle verbleichen,
Die Liebe nur ohnegleichen
Bleibt ewig im Herzen stehn.
Ich schein wohl froher Dinge
Und schaffe auf und ab,
Und ob das Herz zerspringe,
Ich grabe fort und singe
Und grab mir bald mein Grab.
– Leseprobe –






